Checkliste – Auswertung von Stellenanzeigen

So erhöhst Du Deine Chance im Bewerbungsprozess –

Zum Glück brauchen wir heute nicht mehr die Zeitungen nach Stellenanzeigen zu durchsuchen. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Jobbörsen im Internet und die meisten Firmen suchen ihren neuen Mitarbeiter (zusätzlich) über ihre Homepage. Viele Firmen, gerade Mittelständler, schalten ihre Anzeige nur auf ihrer Internetseite, da die Kosten für verschiedene Jobbörsen teilweise sehr hoch sind. Es lohnt sich also immer, ab und zu auf der Internetseite der Wunschfirma zu schauen, ob jobtechnisch etwas Passendes dabei ist.

Checkliste zur Auswertung von Stellenanzeigen

Ok, du hast eine interessante Stellenanzeige gefunden und spielst mit dem Gedanken dich darauf zu bewerben. Gute Entscheidung. Doch bevor du dein Lebenslauf aktualisierst und dein Anschreiben vorbereitest, solltest du die Stellenanzeige genau analysieren. Warum? Erstens weil du so die Anforderungen des Unternehmens an dich erfährst und genau diese Anforderungen in deine Bewerbung gezielt einarbeiten kannst. Gerade Recruiter arbeiten bevorzugt mit Checklisten, wo genau diese Anforderungskriterien an den Bewerber abgehakt werden. Je mehr du davon erfüllst, desto interessanter bist du für das Jobangebot. Zweitens kannst und solltest du die Chance bei der Analyse nutzen, deine Wünsche und Vorstellung noch einmal genau mit der Anzeige zu vergleichen. Möchtest du wirklich in der Branche arbeiten, kommt ein eventueller Umzug für dich in Frage oder doch lieber jeden Tag hin und zurück eine Stunde pendeln?

Wie analysiert man nun Stellenangebote

Wie analysiert man nun Stellenangebote

1. Informationen zum Unternehmen

Im ersten Informationsblock stellt sich meistens das Unternehmen vor. Hier kannst Du unter anderem die Branche, Produkte, Unternehmensgröße erfahren. Daneben kannst du aus der Aufmachung der Anzeige, Formulierungen und Sprachgebrauch erkennen, ob es sich um ein traditionelles, wachstumsorientiertes oder hippes Unternehmen handelt. Optimal ist es, wenn dein Anschreiben den „Ton“ der Anzeige trifft. Weitere Informationen findest du natürlich auf der Firmenhomepage.

Stell Dir für Deine eigene Analyse folgende Fragen:

  • Interessieren mich diese Branche bzw. die Produkte wirklich?
  • Habe ich bereits Erfahrung in dieser Branche, welche ich im Lebenslauf und Anschreiben besonders hervorheben kann (z.B. Berufserfahrung, Praktikum, Hobbys usw.)?
  • Wird eine Branchenerfahrung vorausgesetzt oder kann ich einen Branchenwechsel vornehmen?
  • Spricht mich die Unternehmenskultur an?
  • Möchte ich in einem kleinen Unternehmen oder lieber in einem großen Konzern arbeiten?
Tipp
In vielen Unternehmenskulturen ist das „Du“ mittlerweile gängig. Hast du eine Anzeige gefunden, die dich mit „Du“ anspricht solltest du in deinem Anschreiben auch das „Du“ verwenden. Kennst Du den vollständigen Namen deines Ansprechpartners? Dann kannst du ihn in deinem Anschreiben direkt mit Vornamen anreden. Falls du dich damit nicht wohl fühlst, kannst du natürlich bei der Sie Anrede bleiben. Aber überlege, ob die Unternehmenskultur wirklich zu dir passt.

2. Informationen zur Stelle

Hier wird die Stellenbezeichnung genannt und die Aufgaben, die an sie geknüpft sind. Jetzt gilt es die Schnittstellen zwischen den genannten Aufgaben und deinen momentanen oder früheren Arbeitsgebieten zu finden. Inwieweit kann ich meine Kenntnisse und Fähigkeiten in die neue Tätigkeit einbringen? Dies solltest du auf jeden Fall ganz genau herausarbeiten und in deinem Anschreiben und Lebenslauf immer wieder Bezug auf die Schnittstellen nehmen.

Jetzt kannst Du auch noch einmal deine Vorstellungen und Wünsche an eine Stelle abgleichen.

  • Was wird in der Anzeige über die zu besetzende Stelle ausgesagt (Ziele, Aufgaben, Verantwortung, Kompetenzen, Selbstständigkeit, Karrieremöglichkeit usw.)?
  • Entsprechen die beschriebenen Anforderungen meinen Wünschen?
  • Welche Anforderungen stelle ich persönlich an meinen Arbeitsplatz und mein Arbeitsumfeld?
Praxistipp

Es mag simpel sein, aber achte auf deinen Schreibstil. Wir erzählen anders als wir schreiben. Deswegen solltest du deine Selbstpräsentation unbedingt in einen Erzählstil bringen. So hört sich deine Selbstpräsentation lebendig, glaubwürdig und authentisch und nicht auswendig gelernt an.

3. Anforderungen an den Bewerber

Jetzt wird es spannend. Welche Fähigkeiten und Kenntnisse benötigt man, um den Job zu bekommen. Stellenanzeigen sind meistens hierarchisch aufgebaut. Muss-Anforderungen stehen an erster Stelle. Das sind Qualifikationen, die du unbedingt mitbringen musst. Wenn z.B. bei einem Stellenangebot für eine Position zum Entwickler/Berater IT steht: „Mit einer betriebswirtschaftlich orientierten Ausbildung und/oder einem entsprechenden Studium, z. B. der (Wirtschafts-) Informatik, sind Sie bei uns richtig.“, dann hast du mit einer Ausbildung zum Schreiner trotz guter IT-Kenntnisse schlechte Karten. Bei den Kann-Kriterien sieht es dagegen anders aus. Hier stehen Anforderungen, die wünschenswert sind, aber für eine Einstellung nicht zwingend erforderlich.

Anforderungen an den Bewerber

Durch die Analyse des Anforderungsprofils erkennst du die Bedürfnisse des Unternehmens und kannst dementsprechend deine Arbeitsleistung als Lösung im Anschreiben, Lebenslauf und im Interview anbieten. Nutze unsere Checkliste um diese Kriterien genau zu analysieren und rauszuschreiben.

  • Welche Anforderungen werden an den Bewerber gestellt (Ausbildung, Studium, Berufserfahrung, Mobilität, Charaktereigenschaften usw.)?
  • Entsprechen die beschriebenen Anforderungen meiner Qualifikation?
Tipp
Muss-Anforderungen aus dem fachlichen Bereich musst du im Lebenslauf beispielhaft belegen können. Auch für deine Soft-Skills solltest du Praxisbeispiele parat haben. Wenn du diese im Anschreiben oder Lebenslauf nicht einarbeiten möchtest, benötigst du sie spätestens im Vorstellungsgespräch.

4. Was bietet das Unternehmen

Jetzt kommen deine Wünsche und Vorstellungen ins Spiel. Kennst du sie? Wenn nicht, mach dir ein paar Gedanken darüber. Es ist wichtig, dass der Job zu Dir passt. Diese Fragen helfen dir bei deinen Überlegungen:

  • Was bietet das Unternehmen (Gehalt, soziale Leistungen, Zusatzvergütung, Arbeitszeit, Home-Office, Entwicklungsmöglichkeiten, usw.)?
  • Sind Aufstiegschancen für mich interessant und habe ich welche in diesem Unternehmen?
  • Was ist mir wichtig und kann das Unternehmen meine persönlichen Wünsche erfüllen?
  • Befindet sich das Unternehmen in der Nähe meines Wohnortes oder muss ich umziehen?
  • Falls ja, bin ich bereit, den Wohnort zu wechseln?
  • Wann soll die Position besetzt werden?
  • Kann ich meinen derzeitigen Job fristgerecht kündigen oder bin ich vertraglich gebunden?
Praxistipp

Es mag simpel sein, aber achte auf deinen Schreibstil. Wir erzählen anders als wir schreiben. Deswegen solltest du deine Selbstpräsentation unbedingt in einen Erzählstil bringen. So hört sich deine Selbstpräsentation lebendig, glaubwürdig und authentisch und nicht auswendig gelernt an.

5. Kontaktinformationen

Den letzten Informationsblock sollte man nicht nur überfliegen. Hier stehen bereits schon die ersten „Arbeitsaufforderungen“. Z.B. wie erfolgt die Bewerbung, im eigenen Karriereportal, schriftlich per Mail oder eventuell noch postalisch. Der Aufforderung sollte man auch dringendst nachkommen. Wenn eine Bewerbung über das eigene Portal gewünscht ist, dann sollte man seine Unterlagen nicht einfach per Mail senden.

Es wird immer wieder dazu geraten, einen genannten Ansprechpartner anzurufen. Wir sehen das zweigeteilt. Natürlich ist es vorteilhaft, wenn man im Telefonat bereits auf sich aufmerksam macht. Die Unterlagen werden im Unternehmen eventuell bereits erwartet und man kann im Anschreiben Bezug auf das Telefonat nehmen. Sie sollten aber nur anrufen, wenn sie auch wirklich etwas zu fragen haben und das Telefonat einen Mehrwert auf beiden Seiten bringt. Es bewerben sich hunderte auf Stellenangebote; wenn nur jeder zweite im Unternehmen anruft, ist der Personaler auf Dauer genervt immer wieder dieselben Fragen zu beantworten.

Mit diesen Fragen kannst du dein Telefongespräch vorbereiten:

  • Reichen mir die Informationen aus der Anzeige?
  • Was möchte ich allenfalls noch wissen?
  • Welche Gewichtung haben verschiedene Muss-Kriterien?
  • Gibt es noch weitere Fähigkeiten, die vorteilhaft sind?
Praxistipp

Es mag simpel sein, aber achte auf deinen Schreibstil. Wir erzählen anders als wir schreiben. Deswegen solltest du deine Selbstpräsentation unbedingt in einen Erzählstil bringen. So hört sich deine Selbstpräsentation lebendig, glaubwürdig und authentisch und nicht auswendig gelernt an.

Nutze die Chance der Stellenauswertung

Wie du siehst ist die Analyse der Stellenanzeige eine wichtige Vorbereitung für deine gesamte Bewerbung.

Mit Hilfe unserer Checkliste für dich, kannst du ganz einfach die Stellenanzeige auswerten. Hier bekommst du einen systematischen Überblick welche Anforderungen an den Bewerber gestellt werden. Muss- und Kann-Kriterien kannst du in unterschiedlichen Farben darstellen.

Nutze diese Auswertung auch um Dein Anschreiben und Lebenslauf auf das Stellenagebot anzupassen und später für deine Selbstpräsentation im Interviewverfahren.

Durch die Analyse des Anforderungsprofils erkennst du die Bedürfnisse des Unternehmens und kannst dementsprechend deine Arbeitsleistung als Lösung anbieten.

Checkliste zur Auswertung von Stellenanzeigen

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