Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch

Gekonnt in Szene gesetzt –

Die Wahrscheinlichkeit, dass man dich im Vorstellungsgespräch auffordert, etwas über dich zu erzählen, liegt bei nahezu 100 %. Wenn du hier bereits einen roten Faden im Kopf hast, steigerst du deine Chancen auf den Wunscharbeitsplatz ungemein. Im Vorfeld solltest du dir überlegen, welche Informationen den potenziellen Arbeitgeber interessieren könnten. Hast du die Stellenanzeige bereits ausgewertet, kannst du deine Notizen zur Hilfe nehmen. Wenn du im Hinterkopf weißt, welche Bedürfnisse das Unternehmen hat, kannst du dich in deinem Gespräch überzeugend darstellen. Im Vorstellungsgespräch geht es darum, zu schauen, ob du fachlich und persönlich zu der Stelle passt. Genau das wollen die Personaler und Entscheider herausfinden. Wenn du Hilfe bei der Analyse der Stellenanzeige benötigst, kannst du unsere Checkliste aus dem Beitrag „Checkliste – Auswertung von Stellenanzeigen“ zur Hand nehmen.

Los geht’s!

Checkliste zur Auswertung von Stellenanzeigen

Baue deine Selbstpräsentation in Themenblöcke auf

Am besten du baust deine Selbstpräsentationen in Themenblöcke auf. Eine chronologische Abhandlung deines Lebenslaufs ist nicht zu empfehlen. Erstens kennen deine Interviewer deinen CV und zweitens hebt dich das nicht von anderen ab. Hier ist eine Kombination aus Persönlichkeit, Kompetenz und Motivation gefragt. Ganz oft wird in diesem Zusammenhang das Modewort „Elevator Pitch“ benutzt. Das bedeutet, dass deine Selbstpräsentation kurz und prägnant sein sollte, damit sie so lange dauert wie eine Fahrstuhlfahrt, also ca. 30-60 Sekunden. Das ist aber eindeutig zu kurz für deine Vorstellung im Vorstellungsgespräch hier solltest du ca. 5-7 Minuten einplanen, Berufseinsteiger etwas weniger.

1. Themenblock – Wer bist du?

Hier beginnst du mit deinen Hartfacts. Du nennst deinen Namen, dein Alter und welche Ausbildung du besitzt. Nutze für den Einstieg die Möglichkeit, deine Freude über die Einladung zum Gespräch deinem Gesprächspartner noch einmal mitzuteilen.

Praxistipp
Einleitungssätze – So kannst Du beginnen

  • „Vielen Dank für ihre Einladung zum Gespräch. Sie hatten sicherlich eine Menge an Bewerben. Gerne möchte ich mich ihnen vorstellen. Mein Name ist …“
  • „Ich freue mich, dass ich mich ihnen heute vorstellen darf. Mein Name ist …“
  • „Vielen Dank für ihre Einladung und die Chance mich ihnen vorstellen zu dürfen. Mein Name ist …“

2. Themenblock – Was kannst du?

Hier solltest du auf wichtige Stationen/Ergebnisse aus deinem Lebenslauf eingehen, z.B. kannst du bei deiner Ausbildung/Studium beginnen.

Die Kunst besteht jetzt darin, deine Qualifikationen, Kenntnisse und Eigenschaften mit den Anforderungen der Stelle zu kombinieren. Die Schnittstellen zwischen dir und den Bedürfnissen des Unternehmens solltest du am besten mit Beispielsituationen aufzeigen.

Schau dir die Stellenanzeige an und schreibe alle Anforderungen und Qualifikationen, die verlangt sind, raus. Unterscheide nach sozialen, persönlichen und fachlichen Kompetenzen. Sortiere nach Wichtigkeit und schreibe direkt nebendran, inwiefern du diesen Anforderungen gerecht wirst. Überlege dir Beispiele aus deinem Lebenslauf, wo du diese Leistungen, Erfahrungen beruflich und/oder persönlich belegen kannst. Optimal sind 2-3 Beispiele.

Wenn du zum Beispiel mit dem Studium oder Ausbildung in deiner Kurzbeschreibung beginnst, erkläre, warum du dich für diese Richtung entschieden hast. War es aus Interesse, Leidenschaft, Zukunftschancen, Familientradition? Schon das verrät viel über deine Persönlichkeit. Bist du neugierig, verantwortungsbewusst, Spaßgetrieben, traditionell, usw. Schreibe alles chronologisch mit einem roten Faden auf.

Wenn zum Beispiel für die Stelle zum Einkäufer bei einem Discounter gutes Verhandlungsgeschick gefragt ist und du darüber verfügst, dann sage ruhig, dass du sehr gut im Verhandeln bist und als Einkäufer erst zufrieden bist, wenn du den bestmöglichen Preis ausgehandelt hast. Das musst du jetzt mit Beispielen belegen. Entweder konntest du diese Fähigkeit bei deiner vorherigen Stelle erwerben oder schon im Studium oder als Klassen/Schulsprecher trainieren. Vielleicht bist du in deiner Freizeit auf Flohmärkten unterwegs und kennst dich somit bestens mit Preisverhandlungen aus. Wo immer du deine Kenntnisse und Fähigkeiten erworben hast, kombiniere sie mit den Erwartungen des Unternehmens an dich.  

Deine Selbstpräsentation sollte nicht länger als 5-7 Minuten sein, bei Berufseinsteigern weniger. Konzentriere dich auf das wesentliche und interessante. Immer mit der Frage „Wer bist du und was kannst du“ und deckt sich das mit den Anforderungen der Stellenanzeige.

Praxistipp
Beispielsätze – Was kann ich

  • „Sehr gerne möchte ich drei Erfahrungen aus meinem Werdegang in den Mittelpunkt stellen. So sehen Sie, warum ich auf ihre Stelle/Position passe.“
  • „Wie ich in der Stellenanzeige gelesen habe, legen sie Wert auf Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Diese zwei Werte lebe ich in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit in einer Grundschule beim Lesetraining. Dort …“

3. Themenblock – Was möchtest du erreichen?

Hier kannst du deine Motivation zum Ausdruck bringen. Warum möchtest du diese Stelle und wo möchtest du dich in Zukunft sehen? Halte auch hier in deinen Antworten das Unternehmen im Auge und überlege, wo das Unternehmen dich sieht. Was spricht dich an der Firma an? Findest du das Image oder die Branche des Unternehmens genial, dann erwähne es unbedingt.

Wenn dir nichts Passendes einfällt, solltest du auf der Internetseite des Unternehmens schauen. Gibt es ein neues, innovatives Produkt? Worauf ist das Unternehmen stolz? Sind es die Umsatzzahlen, eine umweltschonende Produktion, ein hippes auftreten oder lieber ein traditioneller Stiel.

Was immer es ist, was das Unternehmen ausmacht, versuche Übereinstimmungen mit deinen Vorstellungen und Wünschen zu finden und baue es in deine Selbstpräsentation ein.

Praxistipp

Wenn du dich auf eine Stelle bewirbst, wo das Unternehmen stark auf seine Ökobilanz schaut, dann erwähne wie wichtig du es findest, umweltbewusst durch das Leben zu gehen. Du möchtest sehr gerne hier arbeiten, da du weißt, dass das Unternehmen stark darauf achtet.

Jetzt kommt das Schwierigste – Üben

Sobald du deine Selbstpräsentation ausgearbeitet hast, liest du sie laut vor. Das kostet vielleicht etwas Überwindung, aber der Mehrwert ist erheblich. Du solltest aber nicht den Fehler machen, alles auswendig zu lernen. Es kann dann passieren, dass du dann steif und unauthentisch rüberkommst.

Es reicht vollkommen aus, wenn du mehrmals deine Stichpunkte oder deine ausgearbeiteten Sätze liest. Somit hast du einen sehr guten roten Faden im Kopf.

Möchtest du deine Wirkung überprüfen? Dann ist es optimal, wenn du deine Selbstpräsentation einem Freund oder noch besser einem Kollegen vortragen kannst. Sage deinem Gegenüber genau, was du erreichen und von ihm wissen möchtest. Gibt es Ungereimtheiten? Bleiben Fragen offen? Welche Verbesserungsvorschläge hat dein Testzuhörer und hat er deine Begeisterung für die Stelle heraushören oder in deinen Augen sehen können. Kommt dein „Elevator Pitch“ authentisch, überzeugend und mit Begeisterung rüber? Übe deine Selbstpräsentation und achte auch auf deine Körpersprache. Am besten öfters als einmal, so wirst du immer sicherer.

Praxistipp

Es mag simpel sein, aber achte auf deinen Schreibstil. Wir erzählen anders als wir schreiben. Deswegen solltest du deine Selbstpräsentation unbedingt in einen Erzählstil bringen. So hört sich deine Selbstpräsentation lebendig, glaubwürdig und authentisch und nicht auswendig gelernt an.

Benötigst du Hilfe oder Unterstützung bei der Erstellung deiner Selbstpräsentation, kannst du uns gerne jederzeit schreiben. Wir freuen uns auf deinen Kontakt.

In unserem Training zum Vorstellungsgespräch erstellen wir unter anderem mit dir gemeinsam deine Selbstpräsentation.

Checkliste zur Auswertung von Stellenanzeigen

Schreibe einen Kommentar

Item added to cart.
0 items - 0,00